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4.Kirsch- und Ziegelfest 2001

Vom 4. Kirsch- und Ziegelfest vom 13.07. bis 15.07.2001

Der Deutsche Bundestag in Glindow? Jacqueline Jaetschmann wurde als neue Kirschkönigin unter zwölf Bewerberinnen von der Findungsgruppe des Karnevalsvereins ausgewählt. Sie war zu diesem Zeitpunkt im Parlamentsdienst im Deutschen Bundestag tätig. Die Kirschkönigin stammt aus Werder und trug auf ihrer Schärpe nicht nur das Wappen Glindows. Ein Geschenk der Baumblütenkönigin, ein kleines Werderaner Wappen, hat auf der Schärpe ebenfalls noch Platz gefunden. Die Vorbereitungen zum Fest werden von kriminellen Aktivitäten überschattet. Die "Kirsch-Mafia" hat während der Erntezeit gezielt große Mengen an Kirschen gestohlen. Gruppen fuhren mit ihren Autos in die Plantagen und pflücken die Bäume. Oft waren die Räuber mit Baseball-Schlägern bewaffnet. Als Festgelände wurde das Gelände rund um das Restaurant "Porta Helena" ausgewählt. Der Festplatz liegt in unmittelbarer Nähe zum Ortskern und gibt auch den Campern des nahegelegenen Campingplatzes die Möglichkeit, das Fest zu besuchen. Vom Festgelände aus ist die Ziegelei gut erreichbar. Beim Festumzug waren einige Zuschauer am Straßenrand verloren gegangen. Diese hatten sich schon mal auf dem Festgelände eingefunden und warteten auf die Krönungszeremonie bei leckerem Obstwein, Bier und Bratwurst.

Die Presse berichtet:

Märkische Allgemeine vom 29.06.2001
Die "Kirsch-Mafia" schlägt zu
Organisierter Raub in den Plantagen/ Glindower bereiten Festtage vor

GLINDOW Die Glindower stecken mitten in der Vorbereitung zum Kirsch- und Ziegelfest (13. - 15. Juli) und wollen sich die Feierlaune nicht von unangenehmen Meldungen verderben lassen. Und doch wiesen die Organisatoren des "Dorffestes 2001" nun auf die kriminellen Aktivitäten der "Kirsch-Mafia" hin, die in der laufenden Erntezeit gezielt große Mengen der Früchte von den Bäumen klaut. "Es greift immer mehr um sich, dass Gruppen von Leuten mit dem Auto in die Plantagen fahren, zahlreiche Bäume abpflücken und mit ihrer Beute unerkannt flüchten", sagte der Vorsitzende des Festkomitees, Wolfgang Hotzel, bei der Präsentation des Festprogramms gestern in der Kirschanlage des Glindower Obstzüchters Thomas Giese. Zum Teil geschehe dies am Tage, die Räuber seien oft mit Baseball-Schlägern bewaffnet. "Sie fallen zunächst nicht auf, weil viele Erntehelfer in den Plantagen unterwegs sind", so Hotzel. Die herbeigerufene Polizei sei machtlos und verfüge über zu wenig Streifenwagen, um die Verfolgung der Diebe wirksam zu betreiben. "Das ist kein Mundraub, sondern organisierter Diebstahl." Auch Obstzüchter Thomas Giese ist von der "Kirsch-Mafia" schon besucht worden und beklagt Verluste von mehreren tausend Mark - besonders schmerzlich, weil auch die Ernte der frühen Kirschsorten in der Region für viele Bauern ausfallen musste. "80 Prozent der Früchte sind aufgeplatzt und waren nicht mehr zu verwerten", so Giese. Mit zehn Tagen Verspätung beginne etwa in einer Woche die Ernte der dunklen und hellen "Knupper". Auf den insgesamt 250 Hektar Anbaufläche in und um Glindow rechnet Giese mit einem "durchschnittlichen" Ernteertrag. Er selbst bewirtschaftet 15 Hektar. Was nun das Kirsch- und Ziegelfest angeht, da ist die wichtigste Entscheidung gefallen und gestern bekannt gemacht worden. Die Nachfolgerin der amtierenden Kirschkönigin Anne Tzschoppe ist auserkoren: Am Sonnabend, 14. Juli, um 15.30 Uhr wird die Werderanerin Jacqueline Jaetschmann feierlich gekrönt. Die junge Frau ist Mitte 30 und arbeitet im Deutschen Bundestag als Betreuerin von Abgeordneten. Ausgewählt wurde die neue Königin von einer Findungsgruppe des Karnevalsvereins, der zwölf junge Frauen angesprochen hatte. In der engeren Auswahl konnte sich Jacqueline Jaetschmann schließlich durchsetzen. Chef-Organisator Wolfgang Hotzel gab einen Ausblick auf das Fest, das rund um die Gaststätte "Porta Helena" am Glindower See stattfinden wird. Der Platz sei ausgewählt worden, weil er Bezug zur Ortsmitte habe und auch per Schiff gut erreichbar sei. Außerdem würden die Camper vom Platz nebenan dann sicherlich zu den Besuchern zählen - im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 3000 Gäste. „Wir verzichten in diesem Jahr auf Schausteller, um den dörflichen Charakter des Festes stärker zu betonen", so Hotzel. Im Mittelpunkt stünden die örtlichen Vereine. "Aber natürlich machen wir auch Werbung bis nach Berlin, um möglichst viele Besucher anzulocken." Und diesen sollen neben den Kirschen auch die legendären Glindower Ziegel nahe gebracht werden. "Das Ziegeleimuseum ist von der Festwiese aus gut erreichbar und wird geöffnet sein."
Das ausführliche Festprogramm wird in einer der kommenden Ausgaben der MAZ veröffentlicht.

Anne Tzschoppe übergibt das Amt an Jacqueline Jeatschmann
Anne Tzschoppe übergibt das Amt an Jacqueline Jeatschmann

PNN vom 29.06.2001

Vorgestellt: Thronfolgerin im Reich der Kirschen
Jacqueline Jaetschmann wird am 14. Juli gekrönt

Glindow. Die Werderanerin Jacqueline Jaetschmann wird in Kürze die Krone der Glindower Kirschkönigin übernehmen. Ihre Krönung soll am 14. Juli beim traditionellen Kirsch- und Ziegelfest erfolgen. Vorgestellt wurde die neue Glindower Repräsentantin gestern während einer Pressekonferenz in den Kirschplantagen des Obstzüchters Thomas Giese. Beruflich ist sie im Parlamentsdienst des Deutschen Bundestages tätig. Auf die Idee, sich als Kirschkönigin zu bewerben, brachten sie Freunde aus dem Glindower Karnevalsclub. Tüchtig Mut hat ihr auch die amtierende "Hoheit" Anne Tzschoppe zugesprochen. Natürlich lag die Frage auf der Hand: Ist die Wahl einer Werderanerin zur Glindower Kirschkönigin ein politisches Signal angesichts laufender Verhandlungen über die Eingliederung der Gemeinde in die Blütenstadt? "Wir sind doch schon fast ein Ort", betonte Annett Tzschoppe und deutete auf ihre rot-weiß-grüne Schärpe. Dort hatte neben dem Glindower auch ein kleines Werderaner Wappen seinen Platz gefunden: Ein Geschenk der Werderaner Blütenkönigin. Ihren ersten öffentlichen Auftritt soll die designierte Glindower Kirschkönigin am kommenden Sonntag zum Glindow-Tag in der "pro-Agro"-Scheune auf der Potsdamer Bundesgartenschau haben. Auf dieses Ereignis haben sich die Glindower Vereine seit Wochen vorbereitet, und am vergangenen Wochenende fand die Generalprobe im Saal des "Deutschen Hauses" statt. Alle freuen sich, am 1. Juli von 13 bis 18.30 Uhr auf der Buga die Gemeinde Glindow zu präsentieren. Dazu gehören der Gemischte Chor Werder-Glindow, die Tanzgarden des Karnevalclubs, das Heimat- und das Ziegeleimuseum sowie die Vereine der Schützen, Angler und Kleintierzüchter. "Ebenso aus eigener Kraft wollen wir das Kirsch- und Ziegelfest vom 13. bis 15. Juli in und um die Porta Helena gestalten", blickte Organisationschef Wolfgang Hotzel schon einmal voraus. "Es soll ein richtiges Dorffest werden, doch wir erwarten natürlich auch auswärtige Besucher", betonte Bürgermeister Arne Raue. Obzüchter Giese lässt keinen Zweifel daran, dass dann genügend Kirschen vorhanden sind. "Die frühen Kirschen sind uns bei dem Regen alle geplatzt, doch spätestens in zehn Tagen sind die begehrten Knuppern reif", versprach er. In der Region um Glindow werden derzeit auf rund 250 Hektar Süßkirschen angebaut. Doch nicht nur das Wetter bereitet den Obstbauern manchmal Sorgen. Zugenommen habe auch der dreiste und bandenmäßige Diebstahl von den Obstplantagen, wurde gestern beklagt.
HAGEN LUDWIG

Anne Tzschoppe übergibt das Amt an Jacqueline Jeatschmann
Anne Tzschoppe übergibt das Amt an Jacqueline Jeatschmann

Das Festprogramm des 4.Kirsch- und Ziegelfestes

Freitag, den 13. Juli

19.30 Uhr Festeröffnung durch Bürgermeister Arne Raue und die amtierende Kirschkönigin Anne Tzschoppe (Festwiese)
20.00 Uhr Theater Ton & Kirschen: Dr. Faust

Samstag, den 14. Juli

9.00 Uhr Schul-, Vereins- Betriebsmannschaften spielen um die Kirschpokale (Fußball-Sportplatz, Straßenfußball- v.d. Sportplatz, Volleyball- Realschule)
9.00 Uhr Realschule: sportl. Kinderspiele, Fahrräder mitbringen
13.30 Uhr Beginn Festumzug mit Spielmannszug Werder, Ehrengäste: Die Glindower Königspaare
15.00 Uhr Eröffnung der Stände und Spielstätten - Tierische Überraschungen
15.30 Uhr Krönung der neuen Kirschkönigin, Autritt Gemischter Chor Glindow
16.00 Uhr Vokal Duo Tina Tzschoppe, Irene Flegel mit Klassik- und Pop-Einlagen
17.00 Uhr Buntes Musik- und Show-Programm
20.00 Uhr Großer Kirschball mit TAKE it Easy, Showtanzgruppe Potz- Blitz, Sieger-Ehrung "Kirschrezeptwettbewerbe"

Die Presse berichtet:

Machtwechsel in Glindow
Am Sonnabend passierte es: Jaqueline Jaetschmann übernahm die Krone

GLINDOW "Ich habe drei Kilo Kirschen verputzt und es ist nichts passiert", bekannte Noch-Kirschkönigin Anne Tzschoppe am Sonnabend vor dem Festumzug des diesjährigen Kirschfestes. Und flugs griff sie in einen Knupperkorb und ließ es sich schmecken. Für die prallen jungen Früchte hatte Glindows Bürgermeister Arne Raue kein Auge. "Ich habe einen dicken Kloß im Hals -heute Nacht wurden an der Jugendschießanlage in der Plötziner Straße die Glindower, Brandenburger und die Deutschlandfahne geklaut. Das muss zwischen Mitternacht und sechs Uhr in der Früh passiert sein." Keine Zeit für Trübsal. Punkt 14 Uhr startete der rund 200 Meter lange Festumzug mit 300 Teilnehmern. Polizei mit Blaulicht im gemäßigten Schritttempo vorneweg, dahinter ein bunt geschmückter Kremser, dann ein knallrotes Oldie-Cabrio mit der alten und ein nagelneues silberfarbenes mit der neuen Kirschkönigin. Wo aber waren die jubelnden Massen? Nur vereinzelt oder in Grüppchen standen Neugierige am Straßenrand. Da konnten die Hoheiten beim Winken die Kräfte gut einteilen. Hektik, als ein Polizeibeamter Höhe Abfahrt zur Porta Helena per Handzeichen die im Stau stehenden Kraftfahrer anwies, doch bitte die Motoren abzustellen. Sofort setzten hektische Wendemanöver ein. Kampf um Sekunden bei strahlendem Wochenend-Sonnenschein. Knupper wurden verteilt, Bonbons flogen und irgendwann hatte die Karawane am Buswendeplatz die Umkehr geschafft. Kurz vorm Asphaltweg zur Porta Helena überholte das rote Cabrio mit Arne Raue und Anne Tzschoppe frech den Kremser und sauste Richtung Bühne. Und hier löste sich das Rätsel um die verschwundenen Glindower. Die hatten sich hier rechtzeitig Plätze gesichert, süffelten Obstwein oder Bier, vergnügten sich mit Bratwurst oder Streuselkuchen und erwarteten die Machtübergabe. Die wurde vom Bürgermeister eröffnet. "Ich genieße diesen Augenblick", bekannte er und bedauerte, die Sponsorenliste vergessen zu haben. Dann Anne Tzschoppe: "Ich habe immer versucht, Glindow angenehm zu präsentieren. Wenn's am schönsten ist, soll man aufhören." Die neue Kirschkönigin Jaqueline Jaetschmann erwiderte knapp: "Ich freue mich auf mein Amt und denke, ich werde es so gut machen wie die Anne. Frohes Fest! "
ULRICH JOHO

Blumen für die Majestäten
Blumen für die Majestäten

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