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Gegen Windkraftanlagen in der Bliesendorfer Heide

So könnte es in Zukunft am Kolpinsee aussehen - Fotomontage mit drei Windrädern

Im Juni 2011 beschloss die deutsche Regierung die Energiewende. Die Windenergie soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Auch die Brandenburger Landesregierung hat sich dieser Herausforderung gestellt. Bereits im Jahr 2002 hatte sie die „Energiestrategie 2010 – Der energiepolitische Handlungsrahmen des Landes Brandenburg bis zum Jahr 2010“ verabschiedet, später dann die „Energiestrategie 2020“.

In ihrer Kabinettssitzung am 28.2.2012 verabschiedete die Landesregierung die „Energiestrategie 2030" . Ein „Gemeinsamer Erlass des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung und des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz“ vom Juni 2009 sieht vor, dass 1,9 Prozent der Landesfläche zur Erreichung des Zieles der Erzeugung von 3500 MW Windstrom im Jahre 2020 notwendig sind.
Die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming als Träger der Regionalplanung in unserer Region hat am 24.10.2013 den 2.Entwurf des Regionalplanes beschlossen. Im Beteiligungsverfahren dürfen die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange seit dem 09.Dezember 2013 für zwei Monate bis zum 09.Februar 2014 Einsprüche gegen diese Planung geltend machen. Bereits in einem Beteiligungsverfahren zum 1.Entwurf der Regionalplanung wurden an die Planungskommission mehr als 35000 Bedenken zur Errichtung von Windenergieanlagen in den geplanten Windeignungsgebieten übergeben. In diesen äußern die Bürger ihre Bedenken, Ängste und Sorgen zum Brandschutz, zur Zerstörung der heimischen Tierwelt und der Bedrohung für die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Menschen. Inwieweit sind die Stadt Werder/ Havel und Ortsteile von der Regionalplanung und der Errichtung von Windkraftanlagen betroffen? Als Windeignungsgebiet 24 ist in der „Bliesendorfer Heide“ eine Fläche zur Bebauung mit Windkraftanlagen ausgewiesen. Gegenüber dem 1.Regionalplan hat sich die Fläche auf Grund der Proteste der Bürgerinitiative Bliesendorf von 965ha auf 650ha verkleinert. Aber gegenwärtig schützt eben dieser Wald den Ortsteil Bliesendorf vor dem Lärm der Autobahn. Sollten in diesem Gebiet Windräder gebaut werden, dann müssen Teile des Waldes abgeholzt, Waldwege begradigt und abgetragen werden, um für die riesigen Trucks die Zufahrt zu den Aufbauorten zu ermöglichen. Riesig? Die Windräder, die in den Wald hinein gebaut werden überragen den Berliner Funkturm oder den Kölner Dom um ca. 50m, sind damit etwa 200m hoch. Sie dürfen sich auch gern vorstellen, dass über Planungen von bis zu 50 Windrädern in dieser Größe gesprochen wird. Wer ein einziges Mal durch die Natur in der Bliesendorfer Heide spaziert ist, wer nur einmal die Idylle des Kolpinsee‘s erlebt hat, ist fasziniert von der Natur. Doch man ist drauf und dran, dieses Kleinod zu zerstören. Sie meinen sie wohnen in Glindow oder Werder sind nicht betroffen? Vom Infraschall und vom Lärm sicherlich nicht. Aber genießen Sie noch einmal den Ausblick vom Wachtelberg, der Bismarckhöhe in Werder oder vom Fuchsberg zwischen Glindow und Plötzin, denn demnächst könnte dieser herrliche Ausblick von Windrädern beeinträchtigt werden. Die Touristen, aber auch unsere Einwohner werden dann auf dem Obstpanoramaweg nicht von den blühenden Bäumen beeindruckt sein, sondern von einem riesigen Windpark. Wollen wir, dass unsere Natur, die Kulturlandschaft „Havelobst“, unser Wald und die Tierwelt für Generationen, vielleicht auch unwiederbringlich zerstört werden? Dabei sei noch nicht einmal über die Gefahren gesprochen, die von solchen großen Windrädern ausgehen. Im Brandfall – kann man bei solchen Anlagen ein „kontrolliertes Abbrennen“ überhaupt gewährleisten oder ist die Sicherheit der direkten Anwohner massiv gefährdet?
Fühlen Sie sich jetzt betroffen? Dann können Sie jetzt etwas für unsere Region, für unsere gemeinsame Heimat tun. Beteiligen Sie sich mit einer Einwendung am Beteiligungsverfahren zum 2.Entwurf des Regionalplanes Havelland-Fläming. Zeit zum Abwarten bleibt nicht, denn bereits jetzt liegen Anträge zum Bau von Windkraftanlagen in der Bliesendorfer Heide vor, dabei 09 Anlagen auf der Gemarkung Ferch und 02 Anlagen auf der Gemarkung Bliesendorf. Es ist völlig unstrittig, dass die Nutzung regenerativer Energien, der Ausstieg aus der Braunkohle und der Kernenergie der richtige Weg sind. Doch so ein Ausstieg sollte behutsam, mit Rücksicht auf Natur und Mensch erfolgen. Der Bürger muss bei Planung und Umsetzung, bei der Suche nach akzeptablen Lösungen und Kompromissen mitgenommen werden. Wenn wir keine Windenergie in der Bliesendorfer Heide wollen, ist natürlich auch das Nachdenken darüber notwendig, welche Alternativen der Nutzung regenerativer Energien wir für unsere Stadt sehen.
Fred Witschel

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