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Ausstellung zum Jubiläum des Mauerfalls in Werder (Havel)

Torstraße im Jahre 1989

Die Mauer ist mittlerweile länger verschwunden, als sie Deutschland geteilt hat. Statistisch sind dreißig Jahre eine Menschengeneration. Unter dem Titel „30 – Eine Generation“ werden ab dem 28. März in einer Ausstellung in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss in Werder (Havel) Fakten, Fragmente und Fotografien gezeigt, die die Stadt vor und nach 1989 darstellen. „Es handelt sich um eine Exkursion in die jüngere Geschichte von Werder (Havel), die zeigt, wie die Werderaner die Geschicke im Wendejahr 1989 und mit der ersten freien Kommunalwahl 1990 selbstbewusst und selbstbestimmt in die eigenen Hände nahmen“, so Kurator Frank W. Weber.

Für die Ausstellung wird eine Diashow von DDR-Bildern gezeigt, die die unlängst verstorbene Heimatkundelehrerin Ilse Hahn Anfang der 1980er-Jahre für den Unterricht aufgenommen hat. Sie zeigen Werderaner Sehenswürdigkeiten – und deren damaligen Zustand. Weitere Fotos mit Stadtansichten aus der Zeit um 1989 hat Frank W. Weber aus dem Stadtarchiv zusammengestellt. Einigen der bemerkenswerten Altstadtaufnahmen werden aktuelle Aufnahmen aus derselben Perspektive gegenübergestellt, die der Fotograf Jürgen Steinberg eigens für die Ausstellung erstellt hat.
Ergänzt wird die Schau mit „Wandzeitungen“ zur Gründung des Neuen Forums in Werder und dem ersten Runden Tisch. „Als am 29. Oktober 1989 im Werderaner Evangelischen Gemeindehaus die Unterschriften der Gründungsmitglieder des Neuen Forums geleistet wurden, stand noch die Stasi vor der Tür und schrieb die Autonummern auf“, erinnert sich Frank W. Weber, der als städtischer Künstler selbst zu den 21 Unterzeichnern gehörte. Einige Wende-Bilder von ihm und ein großformatigen Gemälde des Potsdamers Wolfgang Liebert zeugen von der Stimmung, die damals unter den DDR-Intellektuellen herrschte.
Außerdem wird ein Transparent gezeigt, dass zur Demonstration in Werder am 3. Dezember 1989 hochgehalten wurde. „Keine Führungsrolle für die SED“, ist darauf zu lesen. Frank W. Weber erinnert sich, wie die Demonstration an jenem nebligen Tag von der Insel zum Stadtbahnhof gezogen ist.  „Damals ging es darum, die erreichten Positionen zu sichern und mit den Veränderungen nicht locker zu lassen."
In der Ausstellung können die Besucher an einem Quiz zur Wendezeit teilnehmen, Hauptgewinn ist die siebenbändige Chronik von Werder (Havel) und anderes mehr. „Die Ausstellung richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt“, sagt Kurator Weber. „Die Altgeneration erkennt die Situation von damals, die Neugeneration bekommt einen Eindruck, wie sich Werder verändert hat – eine Identität fördernde Ausstellung.“

30 EINE GENERATION. Vom Donnerstag, 28. März, bis Ostermontag, 22. April, immer Donnerstag, Samstag, Sonntag von 13-18 Uhr geöffnet. Nicht am Karfreitag geöffnet!
Stadtgalerie KUNST-GESCHOSS, Uferstraße 10, 14542 Werder (Havel) Inselstadt, Eintritt frei!

Foto: Stadt Werder (Havel)

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