Gemeindezentrum Glindow

Das Gemeindezentrum (ehemals Kunsthof) ist weit mehr als ein Gebäude: Er steht für Glindows kulturelle Identität und das Zusammenkommen der Menschen. Mit dem neuen Gemeindezentrum knüpft der Ortsteil an diese Tradition an.

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Kontakt und Anfahrt

Adresse: Glindower Dorfstraße 40, 14542 Werder OT Glindow

Telefon: 03327 6680484

E-Mail: Ortsvorsteher@Glindow.de

Geschichte

Glindow hat nun ein Gemeindezentrum im ehemaligen Kunsthof

Der größte Ortsteil der Stadt Werder (Havel) kann sich freuen: Glindow hat ein eigenes Gemeindezentrum erhalten. Bereits 2024 hatte die städtische Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) den Kunsthof in der Glindower Dorfstraße erworben. Seitdem wurde der Saal regelmäßig genutzt – sowohl vom Ortsbeirat für Sitzungen und Sprechstunden als auch von Vereinen in enger Abstimmung mit der benachbarten Kita der Hoffbauer-Stiftung.
Mit dem Umzug des Kindergartens in den neuen Schulcampus der Hoffbauer-Stiftung sind nun weitere Räume im Kunsthof frei geworden. Das bietet Chancen für die künftige Nutzung des Gebäudes. Vor wenigen Tagen trafen sich dazu HGW-Geschäftsführer Thomas Lück, der 1. Beigeordnete Christian Große und Ortsvorsteher Fred Witschel zu einem Vor-Ort-Termin. In einem konstruktiven Gespräch wurden die Wünsche des Ortsbeirates erörtert und mögliche Finanzierungen über das Ortsteilbudget diskutiert.
Klar ist allerdings: Nicht alle Räume der ehemaligen Kita können für ein Gemeindezentrum genutzt werden – die endgültige Entscheidung darüber liegt bei der HGW. Dennoch ist die Freude in Glindow groß. Ortsbeirat, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger sehen die Entwicklung als wichtigen Schritt, um dem Ortsteil einen zentralen Treffpunkt zu geben.
„Ein besonderer Dank gilt der HGW und Geschäftsführer Thomas Lück für das gute Miteinander und diese wunderbare Möglichkeit sowie dem Aufsichtsrat“, betonte Ortsvorsteher Fred Witschel. „Das Gemeindezentrum wird ein fester Anlaufpunkt für die Menschen in Glindow sein und das Leben im Ortsteil noch attraktiver machen.“

Ursprung als Gasthof: Das Gebäude, das wir heute als Kunsthof Glindow kennen, wurde 1913 als „Gasthof Albrecht“ errichtet. Er sollte ein zentraler Ort für das gesellschaftliche Leben im Dorf sein – ausgestattet mit einem großen Saal, Bühne und Gastronomie. Hier fanden Tanzveranstaltungen, Theateraufführungen und Konzerte statt.

Nutzung in der DDR-Zeit: Nach 1945 wurde das Gebäude verstaatlicht und übernahm vielfältige Funktionen im Alltag der Dorfgemeinschaft. Es diente als Ort für Dorfdiskos, Parteiversammlungen, Kulturveranstaltungen und sogar für die Schulspeisung. Auch in dieser Zeit blieb das Haus ein zentraler Treffpunkt.

Wendezeit und Leerstand: Nach der Wende stand das traditionsreiche Gebäude zunächst leer. Die Zukunft war ungewiss, die Substanz litt, und es bestand die Gefahr, dass der Gasthof verfällt.

Gründung des Kunsthof Glindow e.V.: 1994 übernahmen Gudrun und Hans-Joachim Mader den Gebäudekomplex und gründeten den Verein Kunsthof Glindow e.V. Der Gasthof wurde zum kulturellen Zentrum umgebaut – ein Ort für Kunst, Handwerk und Begegnung. Kindertanz, Töpferkurse, Seniorensport, Theaterproben: Das Angebot war so vielfältig wie die Nutzer. Der Saal öffnete sich auch für Künstlerinnen und Ensembles von außerhalb.

Gemeindezentrum für Glindow und Kita-Nutzung: Um den Kunsthof langfristig zu sichern, hatte sich Sigmar Wilhelm mit dem Ortsbeirat über viele Jahre hinweg für die Nutzung des Kunsthofs als Gemeinde- und Vereinszentrum eingesetzt.

2013 fand die Kita der Hoffbauer-Stiftung im Kunsthof ein neues Zuhause – und brachte zusätzlich Leben ins Gebäude.

Während über die Zukunft des Haupthauses diskutiert wurde, lebte die Werkstatt auf dem Hof weiter. Mit einer modernen Keramikbrennerei, die Temperaturen bis 1.300 °C erreicht, entstanden neue kreative Möglichkeiten. Bis heute bleibt die Remise ein Ort für Kurse, Handwerk und gemeinsames Ausprobieren.

Die Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder (HGW) erwarb den Kunsthof 2022. Mit dem Umzug der Kita auf den neuen Schulcampus in Glindow wurden Räume frei, die nun für die Gestaltung eines Gemeindezentrums vorgesehen sind.

Der Kunsthof ist weit mehr als ein Gebäude: Er steht für Glindows kulturelle Identität und das Zusammenkommen der Menschen. Mit dem neuen Gemeindezentrum knüpft der Ortsteil an diese Tradition an.

Text: Stefanie Haufe